Episode #5: Gut durchkommen – 5 wertvolle Tipps, um Veränderung gut hinzukriegen

Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch Früchte reifen und neue Knospen keimen. Das Leben gehört den Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel gefaßt sein.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Alles was lebt, verändert sich. In dieser Episode möchte ich dir zeigen, warum und wie Veränderungen deine Persönlichkeit stärken. Und damit meine ich nicht nur die Veränderungen, die du freiwillig anstrebst, sondern auch diejenigen, die dir von außen auferlegt und aufgezwungen werden.

Du kannst daran wachsen und stärker werden.

Du erfährst in dieser Episode:

  • Warum manche Menschen für Veränderungen offener sind als andere.
  • Wie dir eine Veränderung gelingen kann, auch wenn sie unfreiwillig ist.
  • Durch welche verschiedenen Phasen du gehst, wenn du in einem Veränderungsprozess bist – und warum es keine gute Idee ist, sich davor zu drücken.

Veränderung

Und du bekommst praktische 5 Tipps, die dich wirklich stärken für Veränderungen aller Art. Das Wort „Veränderung“ sorgt bei manchen Menschen spontan für eine Abwehrreaktion. Für andere ist „Veränderung“ eher ein neutraler Begriff. Wieder andere Menschen kriegen so einen Impuls von Neugier und Tatendrang.

Klar – die Bewertung hängt auch davon ab, ob eine Veränderung ansteht, die du selbst geplant hast – oder ob du in einen Veränderungsprozess hinein geschubst wirst, den du so nie gewollt hast. Und von der Mächtigkeit der Konsequenzen – ob diese klein oder groß sind.

Darauf kommen wir gleich noch zu sprechen. Aber lass uns mal kurz nachdenken - wenn es um Veränderung geht:

Was fällt dir dazu ein? Eher etwas Positives? Oder etwas Negatives? An welche Veränderungen in deinem Leben kannst du dich spontan erinnern?

Veränderung heißt immer: Aus der Komfortzone, aus deinem sicheren Bereich, heraus zu gehen. Was hilft dir in diesen Situationen?

Es gibt da eine nützliche Einstellung, die du dir aneignen kannst:

Ich bin ein Mensch, der sich gerade nicht auskennt. Ich bin unsicher. Das darf so sein. Ich stehe hier trotzdem NICHT auf dem Prüfstand. Und ich darf andere Menschen um Hilfe bitten.“

Diese Akzeptanz der eigenen Unsicherheit macht einen gewaltigen Unterschied! Große Veränderungen, die von außen kommen, lösen auch große Emotionen aus. Der allererste Impuls ist immer: Abwehr.

Wir wollen nicht raus aus der Komfortzone. Wir wollen den sicheren Status Quo erhalten. Ob für Sekunden, Minuten, Tage, Monate oder gar Jahre: Die allererste Reaktion ist immer das Leugnen. Wir schließen für einen kurzen Moment – oder auch für länger – je nach Tragweite und nach eigenem Verarbeitungsmodus – die Augen. Einfach, weil wir uns wünschen, dass dann ist alles wieder gut ist.

Der Verstand liefert die passenden Erklärungen zu diesem Wunsch:

  • Das ist gar nicht wahr.
  • Das passiert gar nicht wirklich.
  • Wir tun so, als wäre alles beim Alten.

Mit der Zeit sickert es dann durch: Hier verändert sich was - und ich bin davon betroffen. Sätze wie: „Mit mir hat das nichts zu tun“ oder „Das geht vorbei, und dann ist alles wieder beim Alten“ müssen revidiert werden.

Weil wir spüren: Ja, es hat was mit mir zu tun. Und: Nein, es geht nicht einfach so vorbei.

Ob es die Umstrukturierung im Unternehmen ist, die einen mit neuen Teams und neuen Vorgesetzten zusammenbringt, die Veränderung der Arbeitsweise - oder, im Privaten - ein anstehender Umzug, oder eine Trennung, oder ein Trauerfall.

Nach dem ersten Schock und dem Impuls, es wegschieben zu wollen, wird die Veränderung als real erkannt - und erst einmal abgelehnt.

Ablehnung bedeutet: Wir finden es schlecht und suchen nach Schuldigen. Wer hat uns das eingebrockt? Wer ist daran schuld, dass es passiert ist? Wir können es nicht akzeptieren. Wir leiden und sehen keine Lösung. Der Stress ist riesig. Wir sind zornig und haben Angst. Diese Phase begleitet uns über eine gewisse Zeit, bevor wir bereit sind, die Veränderung anzunehmen. 

Zunächst kommt die rationale Erkenntnis: Ja, ich muss die neue Realität akzeptieren.

Dann folgt die emotionale Einsicht. Das ist der Tiefpunkt. Es schmerzt und macht traurig.

Akzeptanz

Je größer der Schmerz und die erlebte Hilflosigkeit, je geringer der Zugang zu unseren eigenen Kräften, desto länger bleiben wir in dieser Phase. Wir erleben es in diesem Fall als große Krise, fühlen uns ohnmächtig und ausgeliefert. Die eigenen Lösungskompetenzen versagen.

An dieser Stelle hilft erst einmal eins: Es zu akzeptieren, so wie es ist. Aus der Akzeptanz der Situation heraus erwachsen über die Zeit hinweg Möglichkeiten:

Wie kann es weitergehen? Wer kann mir helfen? Wie kann ich mir selbst helfen? In welchen Momenten geht es mir besser? Wie kriege ich mehr davon?

Wir entwickeln neue Kompetenzen, erleben wieder ein Gefühl von Situationskontrolle. Das heißt wir erleben: Hey, das hatte ich jetzt ganz gut im Griff. Oder: Gemeinsam haben wir es hingekriegt.

Möglichkeit zur Weiterentwicklung

Stück für Stück entdecken wir, dass uns Dinge gelingen, die wir vor einer Weile nicht für möglich gehalten hätten.

Wir haben uns verändert - und nicht nur das: Wir haben eine höhere Kompetenz und ein Wissen erworben, dass wir vorher nicht besessen haben. Wir sind daran gewachsen, diese Veränderung Schritt für Schritt zu durchlaufen. Wir sind stärker als vorher. Und die Komfortzone hat sich vergrößert: Das, was vorher neu und stressbesetzt war, ist jetzt vertraut und normal.

Und das ist - Persönlichkeitsentwicklung!

Du bist nach einer bewusst durchlebten Veränderung mehr im Kontakt mit dir und deinem Potenzial als vorher. Die Menschen, die du vielleicht bewunderst wegen ihrer Reife und Weisheit, die sind so geworden, weil sie die Veränderungen in ihrem Leben als Möglichkeit genutzt haben, sich weiter zu entwickeln.

Leider klappt es nicht immer so, dass die Veränderung so ideal gelingt. Vielleicht hast du es schon selbst erlebt oder bei anderen beobachtet. Das ist menschlich, weil jeder Mensch seine eigene Geschichte und seine eigenen Überzeugungen und Möglichkeiten mitbringt.

Und so gelingen manche Veränderungen besser als andere. Woran liegt das?

Wie gut wir mit Veränderungen klar kommen, hängt davon ab, wie stabil unsere Lebenssituation insgesamt ist. Zu viele Baustellen machen es schwer.

Auch unsere Persönlichkeit spielt eine Rolle. Manche Menschen mögen ihr Leben, wenn alles stabil und gleichmäßig im Takt ist. Andere springen auf alles Neue an, wollen alles mindestens einmal ausprobieren, suchen nach möglichen Veränderungen.

Manche Menschen haben in Veränderungs-Krisen keinen Zugang zu ihren Kraftquellen. Sie haben nicht gelernt, ihre Stärken zu erkennen und für ihr Wohlbefinden einzusetzen. Und ihrer inneren Stimme zuzuhören.

5 Tipps gegen das Gefühl hilflos und ausgeliefert zu sein

Stattdessen haben sie im Laufe ihres Lebens etwas anderes gelernt: Ich fühle mich hilflos und ausgeliefert, wenn ich aus der Komfortzone raus muss.

Was kann dann passieren? Sie bleiben stecken in der Leugnung, oder in Zorn, Angst und Schmerz. Sie erstarren. Und so kann es passieren, dass man in einer der Veränderungsphasen festhängt. Auch über Jahre. Also: Das Tempo der persönlichen Veränderung ist sehr unterschiedlich, ebenso wie das Ergebnis.

Wie kannst du dich also auf liebevolle Weise stärken für die größeren und kleineren Veränderungen in deinem Leben?

Tipp Nummer 1:

In der „Coffee or Tea“ Episode 4 habe ich über Lebendigkeit geschrieben und gesprochen. Lebendigkeit ist das Gegenteil von Erstarrung und mechanischem Handeln. Lebendigkeit bedeutet: Man ist wach und bewusst.

Trainiere deine bewusste Lebendigkeit, und du trainierst deine Kompetenz für Veränderung. Denn: Lebendigkeit sorgt für deinen offenen Blick auf das, was gerade in deinem Leben passiert und für flexibles Denken und Handeln. Zur Lebendigkeit gehört auch: Gefühle zuzulassen, schöne wie schmerzliche.

Tipp Nummer 2: Trainiere Veränderung deinem Typ entsprechend!

Welcher Veränderungstyp bist du? Gehörst du zu denen, die eher vorsichtig und abwartend auf Neuerungen reagieren? Magst du es am liebsten, wenn alles bleibt wie es ist?

Dann kannst du ganz bewusst und freundlich dein Leben ein wenig auf den Kopf stellen, um dich immer mal wieder raus aus der Komfortzone zu bringen. Starte dein kleines Veränderungs-Projekt 2022:Selbstlernkurs, Sprache lernen, Yoga, umgestalten der Wohnung. Du trainierst so deine Veränderungskompetenz. Das hilft dir auch dann, wenn mal wieder was von außen kommt.

Wenn du so ähnlich tickst wie ich, und am liebsten auf jeden Zug aufspringst – und es dann auch mal bereust, dann bringt folgender Tipp mehr Ruhe in dein veränderungsreiches Leben:

Nimm dir Zeit, Entscheidungen zu treffen. Warte emotionale Klarheit ab. Agiere nach deinen inneren Bedürfnissen: Wo sagst du ja? Wo lieber nein?

Und wenn eine Veränderung abgeschlossen ist - schließe sie auch wirklich ab: Lobe dich für deine Erfolge. Verzeihe dir, verzeihe anderen, wenn etwas schief gelaufen ist.

Das gilt übrigens für alle Veränderungstypen: Eine bestimmte Veränderung ist dann zu Ende, wenn du die Sache für dich abgeschlossen hast. Schließimmer ab mit einer wertschätzenden Erkenntnis.

Tipp Nummer 3: Nimm Hilfe an.

Gerade, wenn es um Veränderungen geht, die Kraft kosten, ist es wichtig, sich zuzumuten. Sich Unterstützung zu holen. Du musst es nicht alleine schaffen, durch eine Veränderung hindurchzugehen, im Gegenteil:

Wir sitzen alle in einem Boot, was Leid und Schmerz angeht. Jeder Mensch kriegt seine Portion im Leben. Geteiltes Leid ist zwar nicht halbes Leid. Darum geht es auch nicht. Es geht um das Gefühl der Verbundenheit, das dir signalisiert: „Ich bin nicht alleine.“ Und um das Lernen miteinander und voneinander.

Das fällt oft den extrovertierten Menschen ein bisschen leichter.

Wenn du dazu neigst, deine Probleme lieber allein zu lösen: tue es trotzdem. Spring über deinen Schatten. Lass dich begleiten und unterstützen, wenn es um eine schwierige Veränderung geht.

Tipp Nummer 4: Akzeptiere, dass jede Veränderung ihre Zeit braucht. 

Du brauchst die Zeit, die einzelnen Phasen in deinem Tempo zu durchlaufen. Akzeptiere auch, dass es weh tun kann. Akzeptanz ist eine wichtige Hilfe bei Veränderung. Du versuchst nicht, die Gefühle zu unterdrücken oder zu betäuben. Oder diese in Aktionismus umzusetzen. Du weißt, dass es jetzt aktuell keine Lösung gibt. Zumindest keine im klassischen Sinne.

Akzeptieren, was ist, ist die Voraussetzung, um etwas ändern zu können. Resignation ist übrigens das Gegenteil.

Resignation ist Kapitulation. Wenn jemand resigniert, dann gibt er sich und alle Lösungsversuche auf. Resignation ist quasi die negative Form der Akzeptanz.

Tipp Nummer 5: Schneide den Elefant in Scheiben

Wenn du etwas verändern möchtest in deinem Leben: Mache kleine, gut verdauliche Portionen daraus. Zerlege dein Ziel in kleine Handlungen, die nur wenige Minuten dauern.

Und auch hier gilt: Wer könnte dich inspirieren? Wer könnte unterstützen? Du musst es nicht alleine schaffen.

Höre dir auch die gesamte Episode mit vielen weiteren Beispielen und Geschichten an.

Jon Kabat Zinn, einer der Begründer der westlichen Achtsamkeitslehre hat gesagt: You cant stop the waves, but you can learn to surf

Alles Liebe, deine Ursula

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